Als politischer Berater in ukrainischen Angelegenheiten und als Vertreter der ukrainischen Offiziere wurde Hauptmann Dmytro Palijiw dem General Freitag zugeteilt. Er war zugleich inoffizieller Verbindungsoffizier zwischen der Division, dem Hauptausschuss und rem Militдrausschuss. Er fiel in der Kesselschlacht bei Brody.
Aus den verschiedenen Episoden, die vom Verfasser geschildert werden, sei der Einsatz einer Kampfgruppe dieser Division unter dem Kommando des Oberst Beyersdorff erwдhnt. Diese Kampfgruppe wurde gleich zu Beginn der Ausbildung zusammengestellt und musste zur Bekдmpfung einer durchgebrochenen sowjetischen Partisanengruppe im Cholmer Gebiet eingesetzt werden. Ein besonderer Abschnitt schildert einen Ausbildungstag der Division in Neuhammer kurz vor dem Einsatz.
Das Divisionskommando, wie auch ihr Protektor Dr. Wдchter, haben bei den obersten militдrischen Stellen und bei dem damaligen Oberbefehlshaber des Abschnittes, General-feldmarschal Walter Model, erreicht, dass der Division nach erfolgter Ausbildung ein ruhiger Frontabschnitt in Galizien im Bereich der ersten Panzer-Armee in der Gegend von Stanislau zugeteilt wurde. Hier hдtte die Division die Gelegenheit gehabt, ihre Ausbildung zu vervollstдndigen und Kampferfahrung zu sammeln.
Unerwartet wurde aber gegen Ende Juni 1944 dieser Beschluss geдndert. Der Division wurde ein Frontabschnitt zugeteilt, welcher sich als Schwerpunkt fьr die Kдmpfe der Armeegruppe "Ukraine Nord" herausstellen sollte. Die Division wurde dem XIII. Armee-Korps (drei Heeres-Divisionen und die Ukrainische Division) zugeteilt. Sie wurde anfangs in Reserve gehalten. Die Verhдltnisse zwangen aber bald, sie in den Schwerpunkt der Kдmpfe mit der angreifenden Roten Armee einzusetzen. Am 18. Juli wurde die Division zusammen mit dem XIII. Korps bei Brody eingekesselt und vernichtet. Der Gegner war zahlenmдssig - insbesondere an Panzern - den Deutschen weit ьberlegen. Ausserdem verfьgte er an diesem Schwerpunkt ьber zahlreiche Flugzeuge, denen die Deutschen keine entgegenzustellen hatten. Von 11.000 Soldaten der Ukrainischen Division, welche eingekesselt waren, gelang nur etwa 3.000 der Ausbruch. Auch im Kessel selbst wurde der Division die schwerste Aufgabe zugeteilt, nдmlich die Angriffe des Gegners abzuwehren und sodann rьckhaltend kдmpfend aus dem Kessel auszubrechen. Und gerade in diesem kritischen Moment hat General Freitag versucht, das Kommando ьber die Division abzugeben. Der Verfasser schildert nicht nur die durch Zeichnungen ergдnzten Tatsachen, vielmehr versucht er, die Ursache der Katastrophe zu ergrьnden. In einem besonderen Abschnitt sind seine eigenen Erlebnisse wдhrend dieses tragischen Ausbruches aus dem Kessel geschildert. Der grцsste Teil der Soldaten, welchen der Ausbruch aus dem Kessel nicht gelang, wurde venichtet. Ein Teil wurde gefangen genommen, dem Rest gelang es, sich der Ukrainischen Aufstдndischen Armee (UPA) anzuschliessen, welche in dieser Zeit in Galizien kдmpfte. Die Reste der Division marschierten ьber Sambir und den Uzotzky-Pass nach Karpatho-Ukraine (z.d. Z. Nord-Ungarn) und haben sich dort zunдchst gesammelt und erholt. Trotz unfreundlicher und tendenziцser Berichte des Generals Freitag ьber das Verhalten der ukrainischen Soldaten wдhrend der Kдmpfe, hat der Reichsfьhrer-SS Himmler aufgrund anderer positiver Berichte und aus politischen Erwдgungen heraus Freitag befohlen, eine neue Division aufzustellen. Als Aufstellungsort wurde der deutsche Truppenьbungsplatz Neuhammer in Schlesien festgelegt. Diese in Kьrze neu aufgestellte Division setzte sich aus 3.000 Soldaten der alten Division, aus 8.000 Soldaten des zustдndigen Ersatzregimentes und aus einigen 100 ukrainischen Offizieren und Unteroffizieren, welche gerade verschiedene deutsche Ausbildungskurse abgeschlossen hatten, zusammen. Die Stelle des gefallenen Hauptmanns Palijiw wurde durch den Hauptmann Lubomyr Makaruschka besetzt. General Freitag begann aber, mehr als zuvor, alle Offizierstellen mit jungen, unerfahrenen Deutschen zu besetzen, was eine grцssere Unzufriedenheit bei den Ukrainern auslцste.
Auch hier wiederum wurde wдhrend der Ausbildungszeit eine Kampfgruppe unter der Fьhrung des Oberstleutnant Wildner zusammengestellt, die zur Bekдmpfung des slowakischen Aufstandes, der unter Fьhrung sowjetischer Partisanen stand, in der Slowakei eingesetzt wurde. Anfang Oktober 1944 wurde die gesamte Division in die Slowakei verlegt, wo sie in der Gegend von 2ilina ihre Ausbildung vervollstдndigte, das besetzte Gebiet in Ordnung hielt und Partisanen bekдmpfte. Bei diesen Kдmpfen erbeutete die Division Waffen, einschliesslich Geschьtze, die ihr fehlten. Wдhrend des Aufenthaltes in der Slowakei, wurde die Division dem General Hцfle, dessen Hauptquartier in Bratislava war, unterstellt. Die Bemьhungen des Gouverneurs Dr. Wдchter, den Divisions-Kommandeur Freitag mit einer anderen Fьhrungspersцnlichkeit auszuwechseln, blieben erfolglos.
Mitte Januar 1945 hatten sich die sowjetischen Armeen auf voller breite nach Westen vorgeschoben. Die Division erhielt daher den Auftrag, die Slowakei zu verlassen und den Raum Sьd-Steiermark/Slowenien zu erreichen, wo im Hinterland erhebliche Behinderungen durch Partisanen entstanden waren. Nach ermьdungsvollen Dauermдrschen auf verschneiten Nebenstrassen hat die Division ihr Bestimmungsgebiet nцrdlich und sьdlich der Drдu sehr schnell erreicht. Sie wurde sofort zum Kampf gegen die Tito-Partisanen eingesetzt. Ihre Aufgabe war es, vordringlich das Gebiet sьdlich der Drдu bis herunter nach Ljubijana zu sichern und ihre Ausbildung weiter voranzutreiben. Genauso wie in der Slowakei, bestand auch in Slowenien ein gutes Einvernehmen zwischen den Soldaten der Division mit der einheimischen Bevцlkerung.
Am 20. Mдrz 1945, als sich die Front immer mehr den durch die Division besetzten Gebieten nдherte, wurde hцheren Ortes ein Befehl erlassen, dass sie vorьbergehend alle Waffen an andere Divisionen abzugeben habe. Diese Entscheidung hдtte ein tragisches Ende der Division bedeutet. Es herrschte bezьglich der Befehlsgebung von oben ein grosses Durcheinander, da andere Befehle lauteten, dass die Division in eine Falschirmjдger - Division umgewandelt werden sollte. Das Durcheinander in der Befehlsgebung wurde durch den Durchbruch sowjetischer Armeen an der цsterreichischen/ungarischen Grenze bei Gleichenberg-Feldbach beendet. Am 31. Mдrz 1945 wurde die Division der zweiten Panzer-Armee zugeteilt und sofort in die Kдmpfe an der цsterreichischen/ungarischen Grenze eingesetzt. In diesen Kдmpfen wurde die Division ausgezeichnet. Ihren Frontabschnitt hat die Division bis, zur Kapitulation am 8. Mai gehalten.
Ende April 1945 kam zur kдmpf enden Division der ukrainische General Pawlo Schandruk. Er war das Haupt des unlдngst gegrьndeten Ukrainischen National-Komitees. Dieses war das Organ, welches die politischen Interessen der Ukrainer gegenьber den Deutschen vertrat. General Schandruk wurde zugleich Kommandierender General der Ukrainischen National-Armee und als solcher hat er die Division als Erste Ukrainische Division in die Ukrainische National-Armee ьbernommen. Er hat die Soldaten der Division auf die Treue zum Ukranischen Staat vereidigt. Ab diesem Zeitpunkt trugen die Angehцrigen der Division auf ihren Mьtzen die ukrainischen National-Embleme - den Dreizack.
In den weiteren Abschnitten seines Werkes beschreibt der Verfasser die letzten Tage des Bestehens der Division. Er schreibt ьber die Verhandlungen mit den Vertretern der englischen Armee und schildert den Rьckzug der Division aus der Front am 8. Mai 1945, sowie den Marsch der Verbдnde ьber die Gebirge in die durch die englischen Militдrbehцrden festbelegten Aufenthaltsrдume in der Steiermark bei Mauterndorf. Kurz vor der Gefangenschaft hat General Freitag Selbstmord begangen und die deutschen Offiziere haben die Division verlassen oder wurden von ihr getrennt.
In seinen Endbemerkungen zeigt der Verfasser die Fehler auf, die das deutsche Kommando bei der Organisation, der Ausbildung und den militдrischen Fronteinsдtzen gemacht hatte. Seine Gedanken hierzu lassen sich kurz wie folgt zusammenfassen:
Gemдss den Vorstellungen und Plдnen sollte die Ukrainische Division als eine fremdvцlkische und in keinem Fall als eine deutsche Division mit ukrainischen Soldaten aufgestellt werden. In der verfehlten Personal-Politik fьr und in der Division lag von dem Beginn ihrer Aufstellung bis zum Tage der Kapitulation 1945 der Grundstock zu einer negativen Entwicklung. Man hдtte den ukrainischen Offizieren und Unteroffizieren entsprechend ihrer Begabung und Ausbildung mehr Gelegenheit zur Entwicklung geben sollen. Hieraus wдre die Folge gewesen, dass die verantwortlichen Fьhrungsstellen fьr die taktische Fьhrung mehr mit Ukrainern besetzt worden wдren. Es hдtte auch eine weitreichende Schulung der ukrainischen Offiziere fьr die Tдtigkeit in den Stдben erfolgen mьssen. Dabei muss festgestellt werden, dass das ukrainische Offizier- und Unteroffizier-Korps der Division die Bewдhrung an der Front absolut mit gutem Erfolg bestanden hat. Auch der erste Einsatz der Division war falsch. Zahlreiche Stellen, insbesondere das Divi-sions-Kommando haben immer wieder darauf hingewiesen, die Division entsprechend ihrer Zusammensetzung und ihrem Charakter, taktisch vorsichtig und nicht gleich an einem Schwerpunkt einzusetzen. Es erfolgte aber ein Einsatz im Heimatland der Soldaten selbst, unter schwersten Belastungen, die erfolgreich auch gute deutsche Verbдnde kaum ertragen hдtten. Die grosse politische Bedeutung dieses Waffenverbandes wurde von keiner deutschen militдrischen Dienststelle, vom Oberkommando des seinerzeitigen Deutschen Heeres bis hinunter zum Korps, genьgend verstanden und berьcksichtigt.
Die Entwicklung der Frontlage, ostwдrts von Lemberg, wo der erste Einsatz der Division erfolgte, war vorauszusehen. Der Einsatz der Division geschah aufgrund rein deutscher strategischer und taktischer Ьberlegungen, ohne Berьcksichtigung der besonderen Eigenart dieses Kampfverbandes. Erfahrungsmangel in der modernen Kriegsfьhrung einerseits und erster Einsatz der Ukrainischen Division an dem Schwerpunkt des von den Sowjets geplanten Durchbruchs andererseits, muss-ten einen Misserfolg zur Folge haben.
Es fehlte auch der richtige Kommandeur fьr diesen wichtigen Truppenverband. Auf diesen Posten hдtte ein begabter, grossmьtig und politisch denkender Mann gehцrt und nicht ein ehrgeiziger, kleinlich und bьrokratisch denkender Divisionsfьhrer. Die Gewдhrung der ukrainischen Embleme, National-Hymne und die Vereidigung auf die Treue fьr die Ukraine kamen zu spдt, obwohl laufend auf die Erfьllung dieser Wьnsche seitens des Divisions-Kommandos und der mit ihm verbundenen ukrainischen Stellen gedrдngt wurde. Die Bildung des Ukrainischen National-Komitees und der Ukrainischen National-Armee, mit dem General Pawlo Schandruk an der Spitze, kam noch spдter, da sie erst kurz vor der Kapitulation am 12. Mдrz 1945 erfolgte.
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